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Nachtalarm überrascht THW Jugend

Nachtalarm überrascht THW Jugend

Nachtalarm überrascht THW Jugend

Kitzingen, 24./25.10.2014

Am vergangenen Wochenende standen für die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) Kitzingen zwei ereignisreiche Ausbildungstage auf dem Programm. Die 14 Junghelferinnen und Junghelfer trafen sich am Freitag um 16.00 Uhr zu ihren gewohnten Ausbildungsstunden. Von den Jugendbetreuern Jochen Dürr und Manuel Schneider wurden sie, unterstützt von Julia Gaiser und Lukas Göttler, in den Methoden zur Rettung von Personen aus Höhen unterrichtet.

Für eine gemeinsame Übernachtung machten sie es sich anschließend in der THW-Unterkunft gemütlich. Am Samstag sollte das Erlernte im „Phantomdorf“, dem ehemalige Übungsdorf der US-Streitkräfte zwischen Kitzingen und Großlangheim, in die Praxis umgesetzt und geübt werden.

Gegen 21.40 Uhr schrillte plötzlich ein Alarmton durch die Räume der Unterkunft und der Nachwuchs des Kitzinger THW musste überraschend zu einem Übungseinsatz ausrücken. „Eine Schulklasse suchte Schutz vor einem Unwetter und fand in den Gebäuden des Phantomdorfs zuflucht. Nachdem sich dass Wetter beruhigt hatte, stellte die Lehrkraft fest, dass fünf seiner Schüler fehlten.“ So die Ausgangslage, die Jochen Dürr seinen Schützlingen vorgab

Auf der Anfahrt zum Übungsgelände mit den GKW I und II und dem MTW konnten die jungen THW’ler fernab vom Straßenverkehr auf der Panzerstraße eine „echte“ Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn erleben. Am Ort des Geschehens angekommen, mussten sie zunächst für die nötige Beleuchtung sorgen. Ein Powermoon, ein Leuchtballon, der tageslichtähnliches und blendfreies Licht ausstrahlt, sowie zwei Scheinwerfer wurden aufgebaut und mit Hilfe eines Notstromaggregats in Betrieb genommen.

Zwei vermisste Personen wurden im Obergeschoß eines Gebäudes aufgefunden, wo sie sich gemäß der Übungsvorgaben derart schwer verletzt hatten, dass sie nur in einer waagerechten Position transportiert werden konnten. Zu ihrer Rettung kam ein Leiterhebel zum Einsatz, eine Konstruktion, bei der ein Rettungskorb mit Leinen an einer Leiter befestigt nach unten gelassen wird.

Eine Person war in einem anderen Gebäude eingeschlossen. Um zu ihr vorzudringen mussten die jungen Retter durch einen Tunnel kriechen und sich an dessen Ende in sehr beengter Umgebung durch eine Holzplatte sägen, die den Weg versperrte. War dies geschafft, konnte der Schüler aus seiner misslichen Lage befreit werden.

Doch noch immer waren zwei Schüler abgängig und ein Suchtrupp wurde losgeschickt, um in dem angrenzenden Wald nach den weiteren vermissten Personen zu suchen. Bei der Dunkelheit sicher eine Herausforderung, die so manche Überwindung kostete. Die Suche im Wald war schließlich erfolgreich, ein weiterer Schüler wurde gefunden und auch der letzte Vermisste konnte anschließend hinter einem Gebäude aufgefunden werden.

Von seinem Überraschungs-Einsatz kam der THW-Nachwuchs gegen 0.30 Uhr wieder zurück. Die Aufregung musste sich erst legen, bevor schließlich die Nachtruhe einkehren konnte.

Nach dem gemeinsamen Frühstück war am Samstag erneut das Phantomdorf das Ziel. Hier konnten die Jungen und Mädchen nun bei Tageslicht ihr Können festigen. Ein Trupp errichtete auf dem Dach eines Gebäudes einen Dreibock und baute mit dessen Hilfe eine Seilbahn auf. Ein zweiter Trupp machte sich daran, die Bergung aus dem ersten Obergeschoss über eine Leiter als schiefe Ebene und anschließend nochmals den Leiterhebel zu üben.

Nach den notwendigen Aufräum- und Reinigungsarbeiten ging die Ausbildung der besonderen Art zu Ende und die müden Junghelferinnen und Junghelfer konnten ihren Familien sicher viel erzählen.