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THWler sind jetzt sicherer mit den Fahrzeugen unterwegs

THWler sind jetzt sicherer mit den Fahrzeugen unterwegs

THWler sind jetzt sicherer mit den Fahrzeugen unterwegs

Kitzingen / Gründau, 23.10.2016

Zu einer ganz besonderen Ausbildungsveranstaltung trafen sich am Sonntag, den 23. Oktober 2016, 15 Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer des Technischen Hilfswerks (THW) aus dem Ortsverband Kitzingen. Mit fünf Einsatzfahrzeugen machten sie sich auf den Weg in das hessische Gründau in der Nähe von Hanau. Ihr Ziel war das dort gelegene ADAC Fahrsicherheits-Zentrum Rhein Main, wo sie mit dem Zugfahrzeug (MTW Mercedes-Benz Sprinter mit Hochdach), dem Fahrzeug für die Technische Hilfe auf Verkehrswegen (THV, Mercedes-Benz Sprinter mit Doppelkabine und Aufbau), den Gerätekraftwagen (GKW) I und II, sowie dem LKW mit Ladekran ein spezielles Fahrsicherheitstraining absolvierten. Einem GKW wurde zudem noch ein Einachshänger mit dem Mehrzweckarbeitsboot (MZAB) angehängt und der MTW hatte einen Anhänger mit Tandemachse dabei.

Unter der Leitung zweier ADAC-Trainer begann die knapp achtstündige Sonderausbildung zunächst mit einer kurzen Vorstellungsrunde. So bekamen die Lehrer einen ersten Einblick in die bisherigen Fahrerfahrungen der Lehrgangsteilnehmer. Eine gemeinsame Festlegung der Kursziele, nämlich das Erlernen von bewussterem Fahren, von mehr Feingefühl für das Fahrzeug und die Situation, sowie dem Erlernen des Umgangs mit unterschiedlichen Fahrzeugen, folgte. Nach einer Einweisung in die auf dem ADAC-Gelände zu beachtenden Sicherheitsregeln durften die THW-Helfer endlich auf das Übungsgelände.

Mit dem mitgebrachten Fuhrpark ging es zunächst auf eine Slalom-Strecke, bei deren Durchfahrt die Kursteilnehmer die Selbstbeobachtung zur Aufgabe hatten. Einigen Tipps und Hinweisen der Trainer, wie man seine Lenkbewegungen verbessern kann, folgte ein weiterer Slalom-Durchgang und es konnte schon jetzt eine deutliche Verbesserung festgestellt werden.

In der anschließenden Unterrichtseinheit wurde den Fahrern vermittelt, wie man den Sicherheitsgurt richtig einstellt und anlegt um sich selbst bestmöglich zu schützen. Der gefürchtete und besonders bei Großfahrzeugen auftretende „tote Winkel“ wurde veranschaulicht und die Profis des ADAC erklärten, wie sich dieser durch das richtige Einstellen der Außenspiegel so weit wie möglich verringern lässt. Mit ein paar Handgriffen kann so die Sicherheit für den Fahrzeugführer und die anderen Verkehrsteilnehmer optimiert werden.

Ein nicht weniger wichtiges Thema, nämlich wie eine mitgeführte Ladung richtig zu sichern ist, schloss sich an, bevor die Teilnehmer was Wenden auf einer engen Fläche und das rückwärts Einparken mit Hilfe eines Einweisers übten.

Jetzt standen zahlreiche Bremsübungen auf dem Programm. Die Kraftfahrer erkannten sehr schnell, dass sie mit ihren Einschätzungen des Bremsweges deutlich daneben lagen. Während die Fahrzeuge bei einer Vollbremsung auf griffigem Straßenbelag früher zum Stehen kamen als erwartet, verhielt es sich bei einer Bremsung auf der bewässerten Gleitfläche, die eine schneebedeckte Fahrbahn simuliert, genau umgekehrt. Schließlich wurde noch das Bremsen auf unterschiedlichem Untergrund, eine Fahrzeugseite auf griffigem Straßenbelag, die andere Seite auf Schneeglätte, erprobt. Diese Übungen waren bei wechselnden Geschwindigkeiten jeweils mehrfach zu absolvieren.

Nach anfänglichem leichtem Zögern gewöhnten sie die Helfer sehr schnell daran, dass sie bei den mit Anti-Blockier-System ausgestatteten Fahrzeugen die Bremsen durchaus mit voller Kraft betätigen können. Für die richtige Dosierung der Bremskraft sorgt dann schon die Technik.

Anschließend lautete die Aufgabe, auf schneeglatter Fahrbahn bei einem plötzlich auftauchenden Hindernis, dargestellt durch Wasserfontänen, voll zu bremsen, eine Lücke zu suchen und das Hindernis trotz Vollbremsung zu umfahren.

Eine Bremsung in einer Kurve, ebenfalls aus verschiedenen Geschwindigkeiten, rundeten die zahlreichen Bremsübungen ab.

Besonders interessant war es für die Retter vom THW zu beobachten, wie sich der GKW mit dem Anhänger, sowie der THV-Kombi bei all diesen Übungen verhalten.

In der abschließenden Besprechung resümierten die THW-Kraftfahrer durchweg sehr positiv. Sie hatten viel Neues im Umgang mit ihren Einsatzfahrzeugen gelernt und mehr Sicherheit in deren Bedienung erlangt.

Bleibt zu hoffen, dass die THWler auf ihren Dienst- und Einsatzfahrten, aber auch wenn sie privat unterwegs sind, vor brenzligen Situationen verschont bleiben. Für den Fall der Fälle wird das beim absolvierten Fahrsicherheitstraining erlernte Wissen ihnen jedoch sicher helfen, die Gefahr besser zu meistern und möglichst einen Unfall zu vermeiden.